Innen und außen.... nass und nässer...
Tag 7... sollte die Woche voll machen... Voll waren allerdings auch über Nacht die Wassertonnen und unser Tagesprogramm.. Es hatte die ganze Nacht geregnet und wir mussten unseren Zaun und das Zelt abbauen, die Ponys waren immerhin schön sauber, und laut Routenplaner standen 34,14 km auf dem Plan, also machten wir, dass wir weiterkamen. Gefrühstückt wurde unterm Vordach, die Einkäufe vom Vortag. Wenn wir mit der Vollausstattung ohne Stromanschluss unterwegs sind, dann kanns natürlich auch passieren, dass es mit der Akkuladung knapp wird mit dem Planen. So hatten wir genau eine Variante bis zur Sherwood Ranch geplant, bevor der Akku Lebewohl sagte. Hätte ich mal besser am Vorabend beim Italiener um eine Steckdose gefragt... So kam zum wunderbaren Sauwetter auch noch eine ziemlich straßenlastige Route hinzu. Wie wenn das Wetter nicht schon gereicht hätt. "Zwischen 16 und 18 Uhr Starkregen möglich", ahja. Erstmal durchs Pfarrkirchner Industriegebiet mit der kompletten Regenausrüstung, hier kam auch meine Regenhose zum Einsatz. Mittendrin fragt uns ein ortsfremder
Autofahrer nach dem Weg zum Schlachthofgelände - wir wundern uns? Sehen wir so aus, als ob wir unsere Untersätze gleich dort abliefern wollen? Gegen ein überdachtes Fahrzeug eintauschen, naja, nur kleine Versuchung, aber gleich schlachten? Nein, wir kennen uns eh auch nicht aus.
Endlich raus aus der Stadt, fluche ich wieder mal über die Regentropfen, die das Navi tratzen, Wegpunkte eingeben und so Scherze. Da haben wir die glorreiche Idee, dass ich den Navijob an die Mitreiterin übergeben kann, weil so schnell will mir die dritte Hand nicht wachsen, die für Handpferd, Navi und Reitpferd ganz nützlich wäre. Plötzlich bin nicht mehr ich diejenige, die weiß, wo der Weg lang geht, ein sonderbares Gefühl. Aber es macht vieles einfacher, ich kann mich dann besser darauf konzentrieren, meinem Packtier die Leitplanken und die Markierungspfosten auszureden, denn die Packtaschen werden davon nicht besser, wenn sie dran entlang schrappt. Endlich verlassen wir mal die größere Straße und es geht querfeldein, nur um später wieder auf Straßen zu landen, deren Mitbenutzer uns bei dem Wetter etwas bis sehr stark nerven. Es hatte zu regnen aufgehört, und ich das Regencape weggetan - für eine Stunde oder so. Kaum fing es wieder an, und wir halten kurz in einer Nebenstraße, um uns regensicher zu machen, hält auch schon jemand an und bietet uns Pausenquartier und gar Übernachtungsmöglichkeit an. Nach kleinem Umweg landen wir in Hubwies, wo wirs uns im Stall gemütlich machten, als tatsächlich die Sintflut runterkam. Wir wurden mit Käsesemmeln und Süßkram notversorgt und hatten es trocken und ratschintensiv. Leider mussten wir doch noch weiter (kommen aber gern irgendwann nochmal ;-)) und nach einigen Kilometern an der Straße lang entschlossen wir uns noch - recht spät schon, aber besser Plattfüße als tot - für einen ruhigeren (Um-)Weg, der uns mit letzter Kraft im Halbdunkel nach irgendwie 40 km auf der Sherwood Ranch eintreffen ließ. Das Highlight des Tages - warm duschen!! Dass wir auch noch was zu essen bekamen, sei sehr lobend erwähnt, war doch die Essenszeit lang vorüber. Hundemüde fielen wir in unsere Blockhütten-Betten.


Kommentare
Kommentar veröffentlichen