Wenn einer eine Reise tut....
... dann erzählen ihm vorher schon ganz viele andere, was denn nicht alles sein könnte, wenn die Reise über die üblichen Pauschalzweiwochenurlaube hinausgeht. Wenn man dann gar so vermessen ist, sich auf unbestimmte Zeit zu empfehlen, das Ganze dann noch zu Fuß bzw. Huf in Angriff nimmt, sich in völlig unbekannte Gefilde vorwagt, dann ists ganz aus. Die einen erklären einen gleich glattweg für verrückt, die anderen packt vielleicht der heimliche Neid, manche gebens gleich offen zu und wünschen Glück, und die dritten sind sich sicher, dass das Ganze sowieso zum Scheitern verurteilt sei.
Manchmal könnte mans glatt glauben, wenn der Detailteufel sich in die letzten Ritzen vermeintlich sicher geglaubter Organisationsgebilde schleicht, die Vorbereitungsarbeit in schier unendlichen to-do-Listen nicht enden will und der ganz normale Alltagswahnsinn sich auch noch über Gebühr ausbreitet. 15 hufige und 6 pfotige Hinterbliebene müssen in gute sorgende Hände übergeben werden, Vorräte für Haus"besetzer" besorgt, Futter gekauft, Tanks gefüllt, Listen geschrieben, An- und Abreisen koordiniert...
Mit einem Wort, da soll man etwa nicht urlaubsreif sein. Das ist man ja schon vom Vorbereiten alleine, und auch die letzten Jahre ließen gefühlt so etwas wie "Urlaub"sgedanken gar nicht aufkommen. Also doppelt urlaubsreif.
Und dann auch noch PILGERN. Keine Insel. Nix von wegen faul rumliegen. Jeden Tag ein neues Ziel. Jeden Abend checken, ob das nächste Ziel auch auf geplantem Wege erreicht werden kann. Spannung pur, ob sich jeden Abend ein Plätzchen für fünf müde Köpfe und 16 Beine finden läßt. Das Wetter... und und.
Und trotzdem. Wir gehen los. Morgen. Wie gut beziehungsweise schlecht unsere Vorbereitungsarbeiten waren, stellt sich gleich im Ernstfalltest heraus. Zum vorher Testen sind wir natürlich nicht gekommen. Zu viel an anderen Lästigkeiten, die zu erledigen waren. Aber jetzt. Raus. Ins Abenteuer...
Camino de Santiago
oder so weit die Hufe tragen.

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