Ausgebremst vor Frankreich
Der nächste Morgen war zwar schön sonnig, aber ansonsten ernüchternd, der Schmied könne erst am Samstag kommen. Hm… wir haben Mittwoch. Na ja, besser als gar nicht. Das heißt, ich werde mich meinen schriftstellerischen Tätigkeiten ohne Ausreden widmen können. Und ich kann noch in aller Ruhe eine Nächtigungsmöglichkeit jenseits des Rheins auskundschaften. Leute, die „alle kennen“, gibt es nämlich angeblich auch hier am Hof. Gut. Sowie live und vor Ort die Stadtdurchquerung in Weil am Rhein inspizieren, das Brückenzeug dort bedarf einer solchen, schickt mich der Routenplaner doch jedesmal partout über die Autobrücke, wo es doch so eine lauschige Fußgänger und Radfahrerbrücke dort gibt, die Dreiländerbrücke, die schon fürs Design Preise gewonnen hat. Die Kombi Stadt und Brücke ist noch zu ungut in Erinnerung. Nun ist also der Rhein dran.
In Waldshut erste Bekanntschaft mit ihm gemacht habend, sowie als „tolles“ Himmelsambiente die Dampfwolke des Schweizer Kernkraftwerks Leibstadt seit 5 Tagen im Visier, präsentiert sich der Rhein als grüne Schleife durch die Landschaft mit ordentlich Fahrt, der sich nicht so leicht durchqueren lassen wird wie unlängst die trockengelegte Donau. Also wird man um eine ordentliche Brücke nicht drumrum kommen.
Schon seltsam, die Schweizer, als so ordentlich und gewissenhaft bekannt, wollen ihre AKWs immer noch nicht zusperren. Da spielt wohl auch das harte Fränkli eine Rolle. (Oder besser gesagt der Euro der Nachbarn, die ungefähr die dort produzierte Menge an Energie importieren ..?) Immerhin, nach Tschernobyl haben sie keine neuen mehr gebaut und angeblich 2011 einen super Stresstest hingelegt. Das AKW in Leibstadt ist mit Baujahr 1984 das jüngste. Wenn man noch von „jung“ sprechen kann. Trotzdem komisch, so schnell und gern habe ich mich an den nicht mehr dampfenden Kühlturm in Ohu gewöhnt, dass mir der am Rhein (natürlich genau an der Grenze…) wieder sauer aufstößt.
Inzwischen war ich einkaufen und zwangsläufig „chillen“, mit Einstellern plaudern, meine Ponys beim Zunehmen betrachten, den Hufschmied, der am Samstag sein Werk tun wird, auch schon besichtigt, bzw er uns, ich beauftragte extra lang haltbare Beschläge für die verschleißsüchtige Maja, Samstag morgens wirds was. Es wollen auch noch Freunde zu Besuch kommen. So wird mein Biergärdle-Besuch ja doch noch wahr.


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