Hit the road
Hit the road, Jack… (don’t you come back no more?)
Mit diesem Ohrwurm im Kopf machte ich mich Samstag morgen wieder auf die Socken, nachdem sichs nun allerorts tüchtig ausgeregnet hatte. 60 mm. Tags zuvor hatte ich noch in netter Gesellschaft Lyon erkundet, und fand mich plötzlich unerwartet auf einem Jakobsweg-Siegel stehend wieder, und in der Basilika gabs glatt ein ganzes Mosaik-Bild vom Jakobsweg. Noch nirgendwo anders gesehen.. Sachen gibt’s… Der Heimweg hatte sich noch etwas schwierig gestaltet, alle Züge hatten irgendwie Verspätung oder gingen teilweise gar nicht, (angeblich das übliche Zug-Chaos in Frankreich?) so dass ich erst vier Stunden später, nachdem ich am Bahnhof eingelaufen war, am Hof ankam. Abendlichen Spaziergang vom Bahnhof durch laue Lüfte inklusive. Hier und da hörte man noch Gezirpse..! Ende Oktober.
Ein paar Höhenmeter einschließlich der dazugehörigen Geröllhalden waren heute auf den geplanten 26 Kilometern noch zu bewältigen, ein wenig bewegten wir uns noch oben auf dem „Rücken“ (max. 870 m Höhe heute), doch die Tendenz ging nun eher in eine Richtung: Abwärts. Was natürlich einiges an Laufkilometern bedeutet, denn reitend ist der Steinehaufen einschließlich tiefer Rinnen teilweise nicht zumutbar. Tatsächlich hatte sich durch den Regen der Boden etwas durchfeuchtet, und die Mädels fanden etliche Pfützen zum Wasser trinken. Je brauner die Brühe, um so lieber mögen sie es, es ist kaum glaublich. Manchmal gibt’s als Dessert noch etwas Erde dazu. Mahlzeit..
In der Mittagspause kam Celine vom Hof mit ihren Reitern zufällig genau an unserem Platz vorbei, na sowas. Wir waren heute zeitig losgekommen, somit war keinerlei Stress auf der Strecke und angenehmes Gehen bei traumhaft isländischen Temperaturen, windig und sonnig. Der Ausblick auf der Anhöhe zu beiden Seiten war herrlich, die Ponys nach den Ruhetagen hochmotiviert und recht entspannt liefen wir in Jas ein, wo die beiden im Reitstall zwei Boxen bezogen. Irgendwie fanden sies nicht so toll, dass eine Mauer dazwischen war, so mussten sie ständig aus dem Fenster schauen, ob die andere wohl auch noch da wär, aber irgendwann haben sie sich dann schon beruhigt. Das Kraftfutter jedenfalls wurde mit großem Genuss verspeist.
Mit Genuss verspeist hatten die beiden eine Stunde zuvor auf dem Weg noch ein paar Quitten an einer Mauer, die da zuhauf im Gras lagen. Es ist ja komisch, normalerweise müßte ja der Gesichtsausdruck eines Menschen zu dem passen, was er sagt. Dachte ich. Ich hatte natürlich nix verstanden von dem, was der vorbeikommende Mensch zu mir gesagt hatte, nur dass es um die „coing“, die Quitten, ging, das checkte ich. Ja, die schmeckten. Als der Typ allerdings zurückkam, immer noch halb grinsend auf mich einredete, dann aber unversehens auf Saeta, die gerade noch genüßlich reingebissen hatte in so ein gelbes Ding, eindrosch, da hörte der Spaß auf. Zum Glück wars nur Saeta, die schaute dann etwas komisch, und ich machte, dass wir fortkamen. Schnell. Sachen gibt’s… (Soll er seine Quitten halt nicht rumliegen lassen, sondern aufsammeln, wenns ihm wichtig sind… Das läßt er wohl vermutlich die Frau machen, oder es ging eh bloß "ums Prinzip")
Am Folgetag organisierte der Hof ein Springturnier, da gab es eine Bar, ich wurde noch auf ein Bier eingeladen, einen Übersetzungsservice namens Ines gab es auch, so parlierten wir munter drauflos. Und der Chef spendierte auch noch eine Pizza. An dieser Stelle vielen Dank! Der Rest hat am nächsten Tag auch noch geschmeckt. A propos Pizza, mich erstaunt immer wieder, wieso man hierzulande Emmentaler auf dieselbe packt. Muss wohl noch ein wenig Schweizer Einfluss sein…? Nun ja, wir sind schließlich nicht in Italien.
PS: Freunde der Fotos muss ich heute enttäuschen, die gibt’s erst wieder bei einem WLAN-Anschluss, manchmal ist das Datenbudget schneller erschöpft, als man glaubt. Wird nachgeholt, versprochen!
Ciao, Helmut
die gîte
Saeta und der Beifuß



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