the camino continues... with a surprise
1 The camino continues… mit einer lieben Überraschung
Nach sehr heißen Tagen, über 30 Grad, die gespickt waren mit seltsamen Vorfällen wie verschwindenden und wieder auftauchenden Sachen (Dimensionslöcher??), leicht widerborstigen Behörden, viel Zaunbau, um den zurückbleibenden Pferdchen den Herbst zu versüßen (und die Ausmisttätigkeiten fürs Hofsitting-Team hintan zu halten), nicht enden wollenden Briefings mit dem Team und wie immer, der Packhektik, um nur ja nichts zu vergessen, gings am Dienstag los. Erst am Nachmittag, zuvor wäre es deutlich zu heiß gewesen, und außerdem hätte ich es vorher sowieso nicht geschafft. Geburtstagstorte mußte auch noch gegessen werden, meine liebe Aldis noch ausgeführt und Mut zugesprochen, dass ihr Zahn doch bitte nicht mehr faul werden möge, weil ich sie doch noch gerne ein Weilchen genossen hätte, die gute (nur ein klein wenig länger jung als andere) Aldis. (Das „a“-Wort darf da nicht verwendet werden).
Zunächst hatte ich noch meine Helferin mit, die dann bei München ausstieg und den Zug nach Paris nahm, und ich hatte noch einen Ultra-Kurzbesuch bei meiner Mama eingebaut. Dort hatte ich gleich die bereits turmhohen Hinterlassenschaften der Damen im Hänger an den heimischen Komposthaufen abgeliefert. Kein Wunder, die beiden hatten ja die letzten 10 Tage hauptsächlich für den gefüllten Bauch sorgen müssen. Ponymast at its best. Wer weiß, was es unterwegs zu fressen gibt.
Alles in allem gings natürlich länger dahin als geplant, aber zum Glück sanken ab 19 Uhr die Temperaturen mal unter die 30-Grad-Grenze, und das Fahren war angenehm. Die erste Station war die Dachsmühle, die mir letztes Jahr schon so gut gefallen hatte, wo ich dann kurz vor Mitternacht eintrudelte. Herzlicher Empfang, Ponys raus, auf die bekannte Wiese, Schlafsack in den Dach(s)boden, Augen zu und schon versank ich im Reich der Träume.
Stichwort Packen. Natürlich wurde was vergessen… Zum absoluten Glück befindet sich sehr unweit der Dachsmühle der Pferdefachhandel, und nach einer dreiviertel Stunde Kurzausflug konnte ich anderentags die vergessenen Reflexartikel nochmals beschaffen (die lieben Reitkinder wollten ja unbedingt den als Packsattel umfunktionierten Distanzsattel ausprobieren im Sommer, und natürlich haben sie sowohl Vorderzeug als auch Leucht-Hinterzeug und Schweifriemen abmontiert – die Sachen hatte ich dann nicht mehr am Schirm). Dazu gabs dann noch einen Reserve-Gurtschoner (man weiß ja nie) und eine neue Reflexweste, sehr schlank im Design.
Dachsmühle ist zwar wie Heimkommen, und wir schwelgten kurz aber doch intensiv in den schönen und lustigen Erinnerungen von 2023, doch nach einer Brotzeit ging ich dann die zweite Etappe an - auf nach Frankreich! Vielleicht komme ich nächstes Jahr einfach nur hier her im September, zum Urlauben…. dachte ich mir so, da kamen Peter und Anne spontan daher mit einer Einladung… zu ihrer Hochzeit! Das wird dann schon etwas früher als September sein…. Das hat mich doch sehr gefreut! Ich denke bereits jetzt über eine kleine Überraschung nach, etwas vortragen oder so…. das wird dann eine für die beiden 😊
Tag zwei kanns…
Weils halt so nett war in der Dachsmühle, kam ich halt etwas später als geplant los, und zunächst gings durch den Schwarzwald über Freiburg Richtug Mulhouse – und schwupps, kaum dass mans merkte, war ich wieder in Frankreich! Das war eine rechte Kurverei bis zur Autobahn, die mit der gegebenen angemessenen Geschwindigkeit absolviert werden wollten, danach wars einfach. Aber nur bis kurz vor Lyon. Dann gings los, erst hatte ich mich verfahren, weil meine beiden Navis mich irgendwohin schicken wollten, was es nicht mehr gab, und ich die Autobahnauffahrt verpaßte, mich dann durch eine 30er Zone mit Hüpfern durchmanövrieren mußte, was gefühlt eine Ewigkeit dauerte. Danach fing es an zu schütten. Ich hatte mir zwar kühleres Wetter bestellt, aber das nasse Zeug hätte ich nicht gebraucht. Sicht bescheiden und hinter dir die forschen Franzosen, denen natürlich alles zu langsam geht. Zu allem Übel war die Autobahn mittendrin einfach gesperrt. Also raus und der Umleitung hinterher. Die über zig Serpentinen den Berg hoch führte. Meine Ladys taten mir schon leid, nach der Uhr hätten wir schon fast da sein müssen, aber davor hatte wer noch ein paar Hindernisse gebastelt. Wie zum Beispiel die Umleitungstafel nicht entdecken, die tatsächlich kaum größer als ein Briefkasten war, und nochmal ein paar Kilometer gondeln bis zur nächsten Wendemöglichkeit. Ich kam bei dieser Umleitung fast bei der Farm zum schwarzen Pferd in Machezal vorbei, wenn ich das gewußt hätte… Zum Glück hatte ich Daniel in Montbrison schon vorgewarnt, dass es später werden würde, er schrieb einfach, er lasse überall den Schlüssel stecken, ich solle mirs einfach gemütlich machen. Zu allem Überfluss wurde auch noch der Sprit knapp, ich bestellte mir dann kurz entschlossen baldigst eine Tankstelle, et voilà – kurz vor Montbrison tauchte noch exakt eine (1) auf, Tank voll und gut wars. Puh. Es schüttete immer wieder wie aus Kübeln, da war ich froh, dass Daniel mir eine Box reserviert hatte. Die armen Mäuse bezogen eine dick mit Stroh eingestreute Box (keine zwei, weil man sich da ja nicht sehen kann und voll am Rad dreht…) und ich fand wieder den gleichen Schlafplatz wie im letzten Jahr in der Jurte, wo der Regen aufs Dach trommelte. Hätte ich als Einschlafhilfe aber gar nicht gebraucht. Spät genug wars.
3 Eine Reise durch die Zeit
Nicht nur in der Dachsmühle hatte ich den Eindruck, dass ich dort erst gestern weggegangen war, auch in Montbrison kam der déjà-vu-Effekt auf, es hatte sich nichts verändert, die Leute waren herzlich lieb und nett wie immer, sogar das Wetter war ähnlich, nur etwas wärmer. Daniel ließ mich nicht mal meine Schulden vom letzten Jahr bezahlen, ich wurde dankenswerterweise eingeladen, natürlich sprach ich eine Gegeneinladung aus, und nachdem es die beiden (Daniel und Francoise) letztens sogar nach Vorarlberg geschafft hatten, besteht die Hoffnung, dass sie mal entweder bei mir oder meinem rettenden Reiseengel in Kärnten Station machen werden. Nochmals herzlichen Dank und bis hoffentlich bald!! Die Ponys hatte der gestrige Tag ein wenig Substanz gekostet, ich servierte ihnen erstmal ein Heufrühstück, und da es beim Regen abgekühlt hatte, war es ohne weiteres möglich, so früh wie möglich loszufahren, bei nicht mal 20 Grad, was dann ca um 11 Uhr war. Die letzten 520 km waren nach den maximal möglichen Autobahn-Kilometern um 18 Uhr absolviert, (keine Kurverei diesmal) als ich bei Frédéric in Espalais ankam. Autobahnfahren in Frankreich ist sauteuer, aber nach dem gestrigen Erlebnis jeden Euro wert! Wenn es immer nur schön geradeaus geht, ist es für die Pferde am allerbesten, da können sie ruhig stehen und am Heu knabbern. Am Dienstag haben sie glatt einen ganzen Kleinballen verdrückt im Hänger, 2. Schnitt von 2021, für besondere Anlässe aufgehoben.
In der Herberge waren bereits 8 Pilger versammelt, die aufs Abendessen warteten. Da konnte ich mein Französisch wieder mal etwas aufpolieren, es geht so lala, aber immer besser. Zum Glück für mich ist Fréderic auch super in Englisch, so war es einfach. Im Zweifel den Übersetzer bemühen...
Ziemlich gejetlagged fiel ich ins (diesmal innen befindliche) Bett, knapp 1700 km sind in 3 Tagen so anstrengend wie 2200 in vier Monaten, gefühlt...
For my English speaking followers:
After a very hot period end of August I finally managed to get away from home, which was adventurous and exhausting enough because the roads were sometimes busy, sometimes blocked on day 2, but day 1 had a super nice surprise for me - an invitation to a wedding! The people and places seemed to me like I had left one week before, nice and welcoming, almost like coming home. Thank God the weather cooled down a bit, so it was possible to drive during the day.



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