Der letzte Wandertag – wie ein Eukalyptusdampfbad
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| fast wie Australien... Eukalyptus, wohin man blickt |
Die zwei anderen Damen waren nicht von der frühen Truppe, so dass ich heute die erste war, die in der ansonsten leeren albergue herumkramte. Hier konnte ich ein Frühstück machen mit meinem Porridge, seit langem einmal wieder. Heute gings zur Sache, ich mußte es bis zum Reitstall am Monte do Gozo heute schaffen, um dem Zeitplan gerecht zu werden, bis um neun heißt es, sollen die Pferde vom Hauptplatz verschwunden sein. Blöd nur, dass es jetzt, so kurz vor der Zeitumstellung, erst kurz vor neun hell wird. Man ist ja doch bereits deutlich westlich des Greenwich-Meridians. Aber vielleicht hilft dumm stellen?
Es war zwar überall nass, es hatte nachts geregnet, bzw. nicht wirklich aufgehört, aber anfangs blieb es doch kurz mal trocken, so dass das Satteln halbwegs gut vonstatten ging – natürlich nicht so schnell wie gestern, aber trotzdem waren wir um zehn unterwegs. Trotz anhaltender Pilgerscharen traf ich heute bis auf Claudia und Birgit keine Bekannten und sinnierte ungestört für mich alleine am letzten langen Tag vor Santiago vor mich hin, machte heute mal lange Mittagspause und genoß die Eukalyptusluft im Wald – wenn es gerade nicht regnete. Alle gröberen Geländeherausforderungen waren bereits gemeistert und lagen hinter uns, es ging hauptsächlich entweder im Wald oder an der Straße lang, von etlichen Bars gesäumt. Ab und zu schiffte es wieder, aber es war egal, es hörte wieder auf und am Nachmittag kam sogar die Sonne heraus. Da war ich großteils alleine unterwegs, alle anderen schienen in O Pedrouzo eingekehrt zu sein, nur ein paar hartnäckige Radler überholten mich dreimal. Die brauchten anscheinend öfter Pause…
Die Kilometersteine wurden irgendwann einstellig, der Hustenzuckerlduft leicht kerosindurchsetzt, und am Abend checkte ich die Ponys bei Kilometer 6 seit langem mal wieder in einem Stall ein, wo sie etwas mißmutig zwei Boxen bezogen. Die Damen dort waren nett und so, wie man es sich in einem Reitstall vorstellt, leider hatten sie keinen Tipp für mich, wohin ich mich als nächstes wenden könnte. Dann hieß es noch kurz umpacken, um in der albergue am Monte do Gozo einzuchecken, ich war schon etwas besorgt, ob meine Klamotten und die Tasche den Geruchstest noch bestehen würden, es miefte langsam aber sicher alles an den Packtaschen und von der Reithose will man mal nicht reden, die stand bestimmt schon von alleine.
Es war gar nicht so weit vom Stall, nur 2,2 km, in meinem Zimmer waren drei lustige Italiener mit mir, ehe ich mich versah, war es Schlafenszeit, wir hatten sehr gemütlich geratscht. Nur noch schnell den blog aktualisieren und den Wecker auf unmenschlich frühe Zeit stellen….

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