Drei Böhmerwäldlerinnen im La Bohème

 



Selten so gut geschlafen, es tröpfelte gegen Morgen der Regen aufs Dach, und die hospitaleros waren auch so super relaxt mit der Checkout-Zeit, so dass Luna, Daniela und ich relativ spät nach den ganzen earlybirds frühstücken waren, es wurde schon hell – super, wären da nicht die Brotklaus unterwegs gewesen, es hatte/hätte nämlich dunkles Brot gegeben, 2 Packungen, davon waren noch genau 2 Scherzl übrig… Danke herzlich, aber instant Karma wird das sicher regeln, wir wurden trotzdem satt mit Müsli, Obst und Joghurt. Die hospitalera, die später kam, war ganz erschüttert ob solcher Dreistigkeit und brachte noch Reiswaffeln, nicht dass wir verhungerten.

Da die Ponys etwas weiter weg standen, dauerte es ohnehin etwas, bis ich satteln konnte, das war gerade recht, um dem Regen zu entkommen, es hörte nämlich auf. (Um im Laufe des Tages noch etliche Male anzufangen und aufzuhören). Sie sahen auch recht satt aus.

die volunteers von der albergue verde

Heute wars – zum Glück - ganz anders mit der Landschaft, eher Naturwege und nicht soviel Straße – zunächst. Steinige rote Äcker, abwechselnd mit lockeren Kieferwäldchen. Wenig Grasbewuchs.

Mitten im Nirgendwo tauchte plötzlich eine Oase auf – man traute den Augen nicht, was da alles angeboten wurde gegen donativo – freie Spende, angefangen von Obst, Kaffee, Tee, alle Arten von Pflanzenmilch, Schokolade, Brot, was das Herz begehrt bei so einer Pause. Eigentlich schade, dass ich meine Brotzeit schon verdrückt hatte. Die Ponys waren auch glücklich – ein ehemaliger Acker gegenüber, wo das frische Grün herausspitzte. Ein herzliches Dankeschön an den Betreiber der Oase!

 


Bald darauf kam wieder mal eine Stadt: Astorga, die ich diesmal wieder im Sturmschritt durchschritt, zum Glück war sie nicht so groß. Zwecks Überwindung einer Bahnlinie haben die Spanier eine Art behindertengerechte Zickzacküberführung gebastelt, dagegen war die Rheinquerung damals eine leise schnelle Sache, die Hufeisen der Ponys hämmerten sicher 5 Minuten lang auf das Metall und machten einen Mordslärm. Zuvor war noch eine Eisenbrücke gewesen, den Armen schwirrten sicher die Ohren. Zum  Glück mußten wir nicht auch noch Treppen steigen. Ehrlich, ich bin ganz stolz auf meine beiden, dass die jeden Mist mitmachen. 

Fotos kann ich immer erst hinterher machen...

 

Danach kam nach etlichen Kilometern an der Ausfallstraße endlich wieder ein Naturweg – soweit man den aufgeschütteten Weg als solchen bezeichnen kann, aber endlich wieder weg von der Straße. Bei gerade mal nicht-Regen erreichte ich um halb sieben die Herberge La Bohème, wo Luna und Daniela bereits eingecheckt hatten. Beeilung beim Zaunbau war angebracht, hier gabs schon um diese Zeit Abendessen, zum Glück war noch was da. Vegan und extrem lecker. Es wird immer besser, je länger es geht…

Frankreich, Spanien, Kasachstan und USA waren vertreten, und eine kleine session des Hausherrn David gabs auch noch. Spontan beschloss David, seine Herberge ab sofort in den Winterschlaf zu versetzen – wir hatten schon ein schlechtes Gewissen – lags etwa an uns? Nein, die Saison sei eh schon zu lange gewesen. Puh. Nochmal Schwein gehabt. Es hätte mir leidgetan, hätte ich diesen netten Platz verpaßt.

Das Foto ist aus unerklärlichen Gründen nichts geworden....

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