Isländische Etappe!

 


Morgens aufstehen ohne Geraschel war schön, der Abschied von den Hospitaleros herzlich, alles in allem wird dieser Platz jedenfalls in den Top Ten gelistet werden.

Für diesen Tag hatten Jacques und ich vereinbart, es mal zu viert bzw. zu sechst zu versuchen, wie das wohl ginge mit unseren zwei Gespannen. Der Wetterbericht war regnerisch-pessimistisch, aber zum Glück nicht beim Packen. Um vor zehn Uhr waren wir auf der Piste, die heute wirklich nur als Piste bezeichnet werden kann. Kaum Höhenmeter, fingen wir schon nach der ersten Viertelstunde an, einen Gang hochzuschalten. Die Ponys legten sich ins Zeug. Meine hatten ja zum Glück einen Tag Pause gehabt, also los. Es reihten sich bereits Pilger an Pilger in ihren Regencapes aneinander, ein buntes Treiben. Mit „Buen camino!“ an etlichen vorbeitöltend, erregten wir Aufsehen. Manch einer muss gedacht haben, zuviel Pilgerwein genossen zu haben und nun doppelt zu sehen… Ich denke, das war Premiere hier.

An Angelika und Peter kamen wir auch vorbei, wie schön. Kurzes Plauschpäuschen, und weiter gings. Die Strecke führte an Schnellstraßen, Straßenbaustellen und Autobahnhälften entlang, nicht wirklich reizvoll, dafür vom Geläuf her geeignet zum Gas geben. Das mochte man auch, man versäumte ja nix außer dem angekündigten Regen.

Anstatt einer längeren Mittagspause gabs nur kurze Stopps, und nach einem flotten Ritt, der den Island-Hochlandritten vom Tempo her nicht nachstand, waren wir in Rekordzeit am Ziel, dem 22 km entfernten Villambistia, um halb drei saßen wir beim Tee, die noch gesattelten Ponys draußen stehend, um die vom Laufen erwärmten Rücken nicht gleich dem Regen preiszugeben, denn es hatte jetzt ärger zu sauen angefangen. Nach dreimaligem Hin und Her fanden wir die optimalen Plätze für die beiden Ponypaare, zwar im Freien, aber unter Bäumen, das Sattelzeug im Trockenen und Herberge für die müden Reiterbeine. Wobei, die waren heute fast nicht gelaufen. Bei so einem Island-Sommerwetter geht was weiter. Ich ritt ¾ der Strecke im T-Shirt. Die Spanier ziehen sich die Jacken ins Gesicht und frieren…

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