Epilog in Spanien
Während ich noch durch die Blogbeiträge forstete und diese Bücher-lesbar umgestaltete, tauchte mein Engel Irina nach dem Heimaturlaub bei mir zu Hause auf und sprach eine erneute Einladung zum Ende der Welt aus - welche um die Tag-und-Nachtgleiche eingelöst wurde. Weil ich ja so wenig Zeit gehabt hatte, das Ende der Welt tatsächlich zu genießen, holte ich das im März 2025 einfach nach.
Auf einem - zugegeben, leicht verrückten - road trip mit meiner Freundin nach Fisterra durfte ich auch wieder die leicht seltsame spanische Art erleben, die den Reisenden manchmal als lästigen Fremdkörper sieht - so zum Beispiel bei dem Versuch, die Kirche Sagrada Familia in Barcelona zu besichtigen. Nicht nur, dass der Eintritt stolze 23 Euro gekostet hätte, es gab keine Möglichkeit, ein Ticket bar zu kaufen. Man hätte sich eine Handy-App herunterladen müssen. Na sicher ned.
Netten (bayerischen) Reisenden, die gemeinsam mit uns vor den noch verschlossenen Türen standen, ist immerhin die Information darüber zu verdanken, dass es in den Tourismus-Info-Büros dennoch Papiertickets gäbe. Allerdings war ein derart großer Andrang, dass es ohne time-slots nicht gegangen wäre - somit haben wir auf die Innenbesichtigung verzichtet, sonst stünde ich vielleicht jetzt noch dort. Die "nette" Dame der security erwähnte dies hingegen mit keinem Wort, also lieber die Touristen dumm sterben lassen als ihnen behilflich sein. Ich nahms sportlich, war ich doch durch ein vorzügliches veganes(!) Abendessen am Vorabend milde gestimmt und kannte die Spielchen ja bereits.
Immerhin, ich begegnete ausgesprochen netten Tankstellenangestellten, freundlichem Servicepersonal und hatte ansonsten keinen Grund zur Klage auf der Hinreise. Angekommen in Fisterra, verwöhnte uns Irina mit einem special Besucherprogramm, das sowohl die nähere Umgebung als auch (nochmals) Santiago de Compostela, diesmal ohne Ponys und somit deutlich einfacher, beinhaltete.
Besonderes highlight war dabei der Besuch von Muxia, welches ich wegen der Extrakilometer im Vorjahr nicht angesteuert hatte. Hier endet wirklich der Camino. Wenn Fisterra die männlichen Qualitäten des Einweihungsweges darstellt, so sind es in Muxia die weiblichen. Alleine der Besuch der Kirche am Meer ist eindrucksvoll und erinnert einen direkt an die Sage von Maria Magdalena, (offiziell Jungfrau Maria, aber das wäre eher haarsträubend) die hier tatsächlich angelandet haben soll. Der Name "nosa senora da barca" weist darauf hin. Alle weiteren Spekulationen über das weitere Schicksal der mutmaßlichen Lebensgefährtin von Jesus haben hier Platz und dürfen gerne weitergesponnen werden, die künstlerische Innengestaltung der Kirche bietet jedenfalls ausreichend Spielraum für eigene Interpretationen. Interessant in dem Zusammenhang: der Altar mit den vergoldeten Halbreliefs brannte am 25.12.2013 aufgrund eines Blitzschlags ins Dach völlig ab. Der jetzige Altarraum wurde mit einer riesigen Fotografie des originalen Kunstwerkes ausgestattet. Trotzdem ein eindrucksvoller Ort. Angeblich war Muxia recht renitent in Sachen Christianisierung und wurde bis zum 12. Jht. als "heidnisch" (keltisch?) betrachtet...
Die Heimreise nach den paar Tagen Relaxen am Ende der Welt war wieder sportlich, ich fuhr in zwei Etappen nach Hause, was stramme Kilometerleistungen erforderlich machte. Zwischenstation machte ich in Frankreich, wo ich nochmal mit feinem französischen Käse verwöhnt wurde. Au revoir, das war nicht das letzte Mal...
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