Vier = Drei
Der „dritte Tag“ holte uns doch noch ein – doch zunächst begann alles wunderbar. Wir bekamen ein Rührei mit Buchteln zum Frühstück – das machte schön satt, auch wenn Frischluft-Frühstück unter 10 Grad noch gewöhnungbedürftig ist. Wie immer dauerte das Aufsatteln ewig, besonders wenn man nur zu dritt für sechs Ponys ist. Da unsere zweite Mitreiterin nicht wieder erschienen war, mußte Kathi wie gestern zwei Handpferde führen, „abschleppen“ im Falle der Frau Elli. Was aber dann auch wieder zu ungewollten Überholmanövern führte, so dass bei einer kurzen Stehpause einmal nicht nur das Packpferd, als auch Frau Elli stiften gingen, in die unendlichen Weiten der tschechischen Rinderweiden, die derzeit noch allesamt offen stehen. Na ja, fast… Heute ging es wirklich durch sehr viel „Gegend“, kaum von Menschenwerk durchzogen, wenn man von den Zäunen mal absieht. Wunderschön, ab und zu ein Teich, ein See, ein "lost place"...
Wenn das Navi nicht wäre, der Weg wäre manchmal nicht zu finden, wenn er über die riesigen Weideflächen führt. Zum Glück lotste uns Gabsi halbwegs fehlerfrei – wenn da nicht die eine Rinderweide gewesen wäre, die bereits Gäste hatte: Mutterkühe mit kleinen Kälbern. Da mal besser nicht durchreiten. Fand Visla dann auch, nämlich seeeehr gruslig, sie suchte samt Kathi das Weite. Welches reichlich vorhanden war. Wir fanden einen anderen Ausgang und pfriemelten uns durch nicht markierte Waldwege, um kurz danach wieder einem Rinderproblem gegenüberzustehen: der Weg, wo wir lang wollten, war einem Jungstier attraktiv geworden, er war aus seiner Weide ausgebüxt und der Bauer fuchtelte bereits mit einem dünnen Weidezaunstab herum, um ihn zur Räson und wieder zurück zu bringen. Wir schlichen uns besser wieder und versuchten, einen alternativen Weg zu finden, den es laut Karte gab. In echt aber nicht. Ein Radler, der uns überholt hatte, sprach uns an, ob wir was suchen würden – im besten British English! Er bot uns an, uns bei der Wegfindung bzw. -freimachung (des Stiers) zu helfen, zumindest zu dolmetschen, wobei sich rausstellte, dass er dort wohnte, wo der Ort des Geschehens war. Kaum waren wir zurückgekehrt, war der Weg frei, der Stier an Ort und Stelle zurück, und die Krönung des Ganzen war, unser Retter selbst war schuld daran, denn er hatte die Zaunbänder schlampig aufgehängt. (und eine Schelte des Stierbesitzers kassiert…)
In weiterer Folge hatten wir noch einen kleinen „Gupf“ an Wald zu durchqueren, der wildromantisch war, jedoch am Ende noch einige nicht ganz einkalkulierte Höhenmeter von uns forderte. Kraxelei. Es wurde schon spät, als wir im Zieleinlauf waren (dachten wir), zunächst kam das Hindernis „Bachquerung“ im Mondlicht, was einige Überzeugungsarbeit erforderte, puh, und dann stellte ich fest, dass wir im falschen Dorf gelandet waren. Zum richtigen fehlten nur zwei Buchstaben: „-ec“, zum Glück war die richtige Adresse nur ein Dorf weiter. Es dauerte noch eine Weile, bis wir unsere Gastgeberin fanden, das Tor war nämlich zu und unsere Klingel hatte keiner gehört, aber wie immer bisher galt „Ende gut, alles gut“, sie ward gefunden, die Ponys wurden versorgt, und wir bekamen noch ein Süppchen.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen