Es geht wieder los!
Liebe Blogleser, es gab ja seit eineinhalb Jahren kein neues Abenteuer auf vier/acht Hufen, aber jetzt ist es wieder soweit! Das Wanderreitfieber griff wieder um sich und hat mich auf gleich sechs Isländern vom Weinviertel Richtung Westen geschickt. Diesmal bin ich nicht mit meinen Isis unterwegs, sondern mit denen meiner neuen Mitbewohnerin Kathi, die ins Mühlviertel übersiedeln. Bei den derzeitigen Spritpreisen durchaus die bessere Option! Dauert zwar ein Weilchen, stillt aber definitiv wieder die Wanderlust. Am Montag ging es los mit Ponys und Sattelzeug herrichten, und am Dienstag mit dem Hahnenschrei ritten wir vom Manhartsberg Richtung Westen (die Richtung kenne ich immerhin schon), wir, das heißt Kathi, zwei Mitreiter und ich mit zwei Handpferden, wovon eines den Packsattel trägt mit unseren Fressalien und Schlafsäcken. Ich musste mich farblich nicht umgewöhnen und bekam Hryna, eine knuffige Rappstute, die eine coole Socke ist. Mein neues Navi (es heißt Gabriel, genannt „Gabsi“, das Gegenstück zu Gabi – er hat nämlich eine Antenne rausstehen 😉) konnte ich auch gleich ausprobieren, und da es keinen Touchscreen besitzt, kann ich mich ohne Handschuhe ausziehen gemütlich aufs Navigieren konzentrieren.
Kathi hatte einen „langweiligen“ Reittag beim Universum bestellt, es fing bei frischem, leicht sonnigem Wetter auch ganz gemütlich an – gut, wenn man von diversen Unlustbekundungen mancher Ponys, ruhig stehenzubleiben, mal absieht. Der Weg war einfach zu finden, die einzige Steigung gleich am Anfang absolviert, die Ponys motiviert, manche sogar etwas übermotiviert. Das Packpony „Elli“ war leider eher untermotiviert, sie ist dem Vernehmen nach nur unter dem Reiter flott, zuweilen musste der Abschleppdienst den Arm verlängern. Um am ersten Tag nicht gleich so viele Kilometer zu absolvieren, hatten wir eine leicht straßenlastige Variante geplant, die aber außer den moderaten Straßenabschnitten auch sehr lauschige Feldwege und Waldabschnitte zu bieten hatte. Kurz vor der Mittagspause hieß es Packpferd absatteln wegen einer recht engen Brücke. Wir hatten schon überlegt, einen Umweg zu gehen, aber uns dann doch entschieden, die Ponys darüber zu lotsen, was auch gut gelang. Nachdem wir eine Anhöhe erklommen hatten, wurde pausiert. Hier wurden wir „leicht leichtsinnig“ und ließen die Ponys frei grasen. Nach der ersten Gier aufs Gras hatte Visla, Kathis Reitpferd, gemeint, es wäre ein guter Platz zum Wälzen. Natürlich wurde sie geschimpft, aber das nahm Smári krumm und begab sich in Gesellschaft dreier weiterer Damen auf den Rückweg in seine Heimat. Und zwar im Galopp. Diese Saftnasen sausten quer über die Felder Richtung Osten und wir hechelten hinterher, nicht ohne die beiden „Zurückgebliebenen“ der Mitreiterin in die Hand gedrückt zu haben mit dem Auftrag, sie keinesfalls loszulassen.
Wir Rettungs- und Suchtrupp hatten Glück und ein Traktorfahrer nahm uns mit zum mutmaßlichen Fluchtweg. Bevor wir auf der Straße landeten, kam uns der Einfall, sie könnten bei der Engstelle bei der Brücke sein, und weil sie sich da nicht so drübergetraut hatten ohne uns, waren sie da auch gestrandet und grasten. Sie ließen sich ohne weiteres abführen, dummerweise wieder in Richtung Westen, es hatte ihnen nix gebracht, außer Extrakilometern und ein paar Gräslein. Soviel zur Langeweile...
Solchermaßen animiert, starteten wir in die zweite Hälfte und kamen fast genau zum Sonnenuntergang in der Els-Kwatawa Ranch in Reith an. Die Ponys bekamen Boxen, aus denen sie wie Playmobilpferdchen herausschauten und ihr Heu mampften. Mit der Gesamtstuation leicht unzufrieden, weil man ja gewohnt ist, gemeinsam zu kuscheln, schauten sie immer wieder, ob die anderen noch da wären. Zum Glück ja. Wir Reiterlein krochen nach dem Abendessen in unsere Schlafsäcke und schliefen den Schlaf der gerechten Frischluftreiter.
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