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3,2,1 Countdown - Die Kunst ist es, den Camino langsam zu gehen II

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  Mittlerweile nicht mehr in Kilometern, nur noch in Tagen denkend und meine beiden nächsten Tagesziele so ungefähr im Auge, wollte ich wiederum früh los, weil man weiß ja nie, und außerdem war für den Nachmittag Regen angesagt. Netterweise hatten Mitch und Nathalie ihre Hilfe beim Aufsatteln angeboten, hurra! Einer meiner Wünsche ans Universum wurde schlußendlich erhört! Es ging zu dritt atemberaubend schnell… was auch gut war, denn wir hatten in der gemütlichen albergue so gut geschlummert, dass wir alle drei verpennt hatten und erst um dreiviertel acht aus den Betten krochen, sehr verwundert – aber da es so leise war am Morgen, hatten alle verschlafen. Kein Geraschel und null Geschnarche, eine Wohltat. Nun ja, im Zelt schnarcht auch keiner, ist aber nicht so gemütlich. Bereits im Dämmerlicht war aufgesattelt, der Zaun aufgepackt, und zu dritt ging es los. Teils still, teils ratschend, wieder in die Schar der Pilger einreihen. Von denen einige nicht mehr ganz so stramm wie ...

110, 100, 90, 80, 70.... Countdown

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  Maja kennt sich aus, auf der galizischen Drainageroute Als ich morgens am Packen war, zogen bereits die Karawanen von frischg’fangten Pilgern vorbei – jene, die in Sarria ihren 110-Kilometer-Wochen-Spaziergang begannen, die man an ihren schönen Schuhen und den sauberen Rucksäcken sofort erkannte. Auch am forschen Schritt manchmal. Ab 100 Kilometern Pilgerschaft erhält man die so genannte Compostela, Radfahrer erst ab 200. Nur e-bike darf man dabei nicht fahren (haha, das schau ich mir an, wie das kontrolliert wird). Für uns alte Hasen sind diese Kilometerzahlen leicht lachhaft, die meisten, mit denen man nun schon einige Wochen unterwegs war, gingen ab St.-Jean-Pied-de-Port, manche tatsächlich von daheim weg und wieder andere fingen in Frankreich oder mitten in Spanien an. Stichwort Compostela: Luna hatte sich gedacht, Compost-ela, das taugt gut zum Kompost-ieren von … nun, was auch immer man gerade transformieren möchte. Auch im Französischen wird eher Compostelle als Saint-...

Sar(r)ia - … Abschiede

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           Ganz stolz war ich, als wir es vor neun noch schafften, aufzubrechen, nach zwei Stunden zusammen- und aufpacken. Gut, dass die Stirnlampe noch nicht verlorenging. Die Laterne, genannt Christina, nach ihrer Spenderin, war schon etwas leer… Erstmal ging es ordentlich bergauf, ich wählte aus zwei Möglichkeiten die kurze Route, weil man muss es sich ja nicht noch schwerer machen, und reihte mich in die Pilgerschlange ein Die anderen waren heute auch recht flott unterwegs, somit blieb die Karawane recht einheitlich. Nach zwei Stunden gabs ein Wiedersehen sowohl mit Angelika und Peter, als auch… mit Luna, die ich eigentlich längst verloren glaubte, da sie ab Ponferrada etwas Gas gegeben hatte. Die Wiedersehensfreude war groß – doch gleichzeitig nahte auch der endgültige Abschied, denn sie hatte beschlossen, es gut sein zu lassen und mit einer Freundin von Santiago nach Barcelona zu fahren. Tja, solche Entscheidungen kann der Fußpil...